Seit vielen Jahren unterstützt die St. Michael Gemeinde mit zahlreichen Spenden und Aktionen diverse wohltätige Projekte auch über die Ortsgrenzen hinaus:

Text: St. Klara Maria Breuer

Soziales Engagement von SMMP in Brasilien - Leme entwickelt sich weiter

Leme: Eine Stadt in Brasilien mit 100.000 Einwohnern, drei Autostunden von São Paulo entfernt. Immer neue Stadtrandviertel sind durch Binnenmigration entstanden sowie zuletzt durch ein staatliches soziales Wohnbauprojekt. Die Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel sind mit der Stadt vertraut. Seit 1937 ist die Ordensgemeinschaft in Brasilien, seit 1948 in Leme. Im „Convento“, wie das Klostergebäude im Stadtzentrum heißt, ist die Provinzleitung angesiedelt. Hier laufen die administrativen Fäden auch für die vom Süden bis zum Nordosten, teils weit auseinanderliegenden, Kommunitäten zusammen.

Gegenüber dem Provinzhaus wird gerade gebaut. Die Kinderkrippe, Vor- und Grundschule Sagrada Família mit derzeit 270 Kindern platzt aus allen Nähten. Zudem soll die Schule weitergeführt werden, ab 2020 bis zum 5. Schuljahr. Schon jetzt sind die zu Klassen umfunktionierten Räume zu klein und eng. Die Warteliste ist lang. Die Sagrada Família ist die einzige Ganztagseinrichtung in der Stadt. Kinder verschiedener sozialer Herkunft werden gemeinsam betreut und unterrichtet. Auch wenn Schulgeld erhoben wird, werden dennoch Beiträge erlassen, wenn Eltern arbeitslos sind oder Geschwisterkinder dazukommen. Die Kinder ganzheitlich zu fördern, sie zu selbständigem Denken zu führen und ihnen christlich-humanitäre Werte zu vermitteln ist ein wichtiges, gesellschaftlich relevantes Ziel.

Mehrere von uns initiierte Sozialzentren gibt es inzwischen in Stadtrandvierteln. Das jüngste, im Stadtrandviertel Empyreo, wurde Anfang im Februar 2019 eingeweiht:

Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche sowie Kurse in beruflicher Weiterbildung werden mit verschiedenen Partnern und vielen Ehrenamtlichen durchgeführt. Auch hier steht die ganzheitliche Förderung Einzelner im Mittelpunkt.

Die Bergkloster Stiftung SMMP und die Missionszentrale unterstützen dank Spenden die Sagrada Família, die Nothilfe für arme Familien sowie die Freizeit- und Bildungsangebote in den Sozialzentren. Wir sind dankbar, wenn Unterstützer, wie seit langem die Katholische Kirchengemeinde St. Michael in Dortmund-Lanstrop, mit uns gehen, uns durch ihre Spende helfen, Leben zu fördern. Ganzheitlich. Konkret. Präsent.

Foto: Kinder im Pädagogischen Zentrum Sagrada Família, Juli 2018

Foto: Suppenküche im Sozialzentrum des Stadtrandviertels Bonsucesso
„Unser tägliches Brot gib uns heute“

Siehe auch Videos https://smmp.de/videos/
> Janets Traum
> Arbeit am Stadtrand

Text: Sr. Dorothea Brylak

Unser soziales und pastorales Engagement in Rumänien
Unsere Schwestern und Mitarbeiter setzen sich in zwei Einrichtungen in Schineni und Siretu für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen ein. Auch vom Schwesternhaus aus werden Kinder und ihre Familien begleitet.

Casa Sfânta Familia
Im Kinderheim „Heilige Familie“ mit den Häusern St. Josef und Bernard Bosch, leben jeweils vier Mädchen und vier Jungen im Alter zwischen vier und siebzehn Jahren in einer familiären Umgebung. Sie kommen aus sozial schwachen Familien und werden vom Jugendamt zugewiesen. Diese Kinder haben oftmals schon in ihren jungen Jahren viel Gewalt und Misshandlung erfahren. Der Tagesablauf ist wie in einer normalen Familie. Nach Kindergarten oder Schule werden die Hausaufgaben gemacht und danach die Freizeit gestaltet. Die Kinder sind, je nach Alter, mitverantwortlich für den Haushalt. Die Kinder des Kinderheims haben Kontakt mit den Kindern des Dorfes, gestalten mit ihnen die Freizeit und nehmen Teil am Angebot der Schwestern.


Casa Sfânta Andrei
Im Sozialen Zentrum des hl. Andreas fängt das Leben morgens an, wenn circa 24 Kinder vor der Schule zum Frühstück kommen, da sie sonst mit leeren Mägen in die Schule gehen müssten. Mittags bekommen 35 bis 40 Kinder eine warme Mahlzeit und werden begleitet bei den Hausaufgaben. Nach getaner Arbeit bleibt Zeit zur gemeinsamen Freizeitgestaltung. Die meisten Kinder gehen am Nachmittag „beladen“ mit Essenssachen nach Hause. So ernähren wir oft nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern und weitere Geschwister. Insgesamt werden circa 60 Familien betreut, die durch Familienpatenschaften in Deutschland unterstützt werden.

Die Kinder führen ein eingeübtes Theaterstück vor


Betreuung von Familien

Eine Krankenschwester ist in der Ambulanten Krankenpflege tätig, macht aber auch Beratung im Sozialen Zentrum und besorgt die Medikamente für viele Leute im Dorf. Unser Physiotherapeut behandelt Menschen in ihren eigenen Häusern. Einige wenige kommen in den bescheidenen Behandlungsraum im Sozialen Zentrum. In beiden Einrichtungen ist eine Psychologin tätig. Die meisten Kinder sind durch die Erfahrungen von Gewalt und Alkoholmissbrauch traumatisiert. Da ist viel Geduld, Einfühlungsvermögen und fachliche Hilfe nötig.

 
Unsere Krankenschwestern beim Zuckertest oder einfach nur zuhören


Schwesternhaus Casa Sfânta Maria
Im Jahr 2019 leben und arbeiten dort vier Schwestern. Ca. 30 Kinder und Jugendliche kommen täglich zum Mittagessen und zur Hausaufgabenhilfe. Die Kinder und Jugendliche können ihre Gaben und Talente einsetzen in einer Laienspiel-, Gitarren- oder Flötengruppe. Die Freizeitangebote sind vielfältig und kreativ. Die Schwestern und Mitarbeiterinnen machen Ausflüge und Ferienreisen mit den Kindern.

Auch setzen sie sich in der Pastoralarbeit in der örtlichen Pfarrei ein. Sie gestalten Festen im Kirchenjahr, bereiten Kinder auf die Erstkommunion und Firmung vor. Auch Lektorendienste, Gottesdienstgestaltung, Besinnungstage für Jugendliche Kirchenwäsche für zwei Pfarrgemeinden, Andachten und Wallfahrten, stehen auf dem Programm.


Hausaufgabenhilfe


Dankgottesdienst für alle Wohltäter

Haus der Zukunft „Casa Maria Magdalena“
Das Haus ist ein Jugendwohnheim für die Mädchen, die mit 18 Jahren aus dem Kinderheim entlassen werden (müssen) aber noch nicht auf eigenen Beinen stehen können. Die Schwestern helfen diesen Jugendlichen beim Abschluss der Schule und begleiten sie bei der Berufsausbildung und dem Start ins selbstständige Leben. Die jungen Frauen können hauswirtschaftliche Tätigkeiten erlernen wie Kochen, Backen, Nähen, Putzen, Gartenarbeit etc.
Es ist aber auch ein Notfallzentrum. Oftmals müssen unsere Schwestern (nachts) Kinder aus dem Elternhaus holen, um ihnen für einige Tage/Nächte im Haus der Zukunft eine ruhige und gewaltlose Umgebung zu geben.


Haus der Zukunft – kleine jugendliche Wohngemeinschaft

Ein Text zu unserem Engagement für die Hochlandschwestern in Peru folgt noch.